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Grossdemo gegen EU-Rettung in Dublin

Samstag, 27. November 2010 , von Freeman um 17:30

Mehr als 100’000 Iren sind am Samstag in Dublin auf die Strasse gegangen, um gegen den internationalen Rettungsplan und die aufgezwungenen vier Jahre an Sparmassnahmen zu protestieren. Trotz nächtlichen Schneesturm und der tiefen Temperaturen am Tage, kam eine riesige Menschen- menge, die sich in der O’Connell Street versammelte und den Ansprachen zuhörte.

Unter den Protestplakaten gab es nicht nur welche die gegen die Regierung, EU und IWF gerichtet waren, sondern auch welche auf Deutsch mit der Botschaft, die höheren Zinsen von 6,7 Prozent, mehr als bei der Rettung Griechenlands, "nein danke!"

Die Iren sind über die 85 Milliarden Euro an Zahlungen der EU und des IWF, um die Pleitebanken am Leben zu erhalten, und der 15 Milliarden Euro an Kürzungen, völlig aufgebracht. Es herrscht die Stimmung des Zorns und der Erniedrigung, weil sie einerseits gerettet werden müssen, aber auch den Preis dafür zahlen müssen und sie sagen, jetzt reicht es und die Bevölkerung muss militanter werden.

Ein Demonstrant der seine Arbeit verloren hat sagte: “Wir müssen mehr wie die Franzosen sein und öfters auf die Strasse gehen. Unsere Politiker gehen rüber nach Europa und erzählen der EU, unsere Leute demonstrieren nicht, sie gehen nicht auf die Strasse. Es wird Zeit dies zu ändern und offen uns dem was passiert entgegenzustellen.

Die Sparmassnahmen der Regierung bedeuten, Senkung des Mindestlohns, Reduzierung der Arbeitstellen im öffentlichen Sektor sowie der Löhne und Renten, Kürzung der Sozialausgaben, Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 23 Prozent und Ausweitung der Steuerbasis.

Hier die Rede von Fintan O'Toole, Journalist der Irish Times und grosser Kiritiker der Korruption in Irland:

insgesamt 13 Kommentare:

  1. Kassandra sagt:

    Vor dem Euro hatte Irland ein be-
    scheidenes Wachstum u.geringe Staatsschulden.Dann schob die EU
    ihm hohe Subventionen zu, wodurch
    es mit NIEDRIGEN Steuern Investoren
    anlocken u. einen Boom auslösen
    konnte. Irische Banken verteilten
    massenhaft billige Kredite, die Bau-
    industrie schäumte über. Der "kel-
    tische Tiger" wurde zum zweitreich-
    sten EU-Land u. ist nun als zer-
    fledderter Bettvorleger gelandet.
    Die Immobilienblase platzte, die
    Banken schlitterten in die Pleite.
    90 Mrd. $ sind jetzt nötig, das
    Haushaltsdefizit beträgt 32 % (er-
    laubt sind doch angebl. nur 3 %).
    Die Forderungen der Gläubiger be-
    tragen rd. 730 Mrd. $, davon allein
    140 Mrd. aus Deutschland.
    Das bedeutet Staatsbankrott, u. die
    nächsten Bankrotteure stehen schon
    auf der Matte.
    Um den gescheiterten Euro noch kurz-
    fristig zu retten, haben die Finanz-
    jongleure in Brüssel beschlossen,
    aus der "einmaligen" Rettungsaktion
    einen dauerhaften Mechanismus zu
    machen (also: wer nicht wirtschaften
    kann oder wo die Korruption blüht,
    wird trotzdem gerettet). Damit ist
    aus der Währungsunion eine Transfer-
    union geworden - mit dem Zahlmeister
    DEUTSCHLAND!
    Sparmaßnahmen können Irland nicht retten, aber das Volk soll die
    Zeche bezahlen.
    Das Kartenhaus wird trotzdem zusam-
    menkrachen. Einzige Lösung: Raus
    aus der kriminellen EU, in der wir
    uns sonst alle wie ein Stück Zucker
    im Kaffee auflösen!
    Ja, und wer noch über Kunstgeld ver-
    fügt, sofort in Edelmetall auswei-
    chen (Silber ist noch erschwing-
    lich), es könnte in naher Zukunft
    lebensrettend sein.
    Ob die Iren jetzt aufgewacht sind
    und der Möglichkeit nachtrauern,
    dass die den verhängnisvollen
    Lissabon-Vertrag hätten platzen
    lassen können? Sie hätten sich u.
    uns alle vor dem Ruin bewahren
    können. Zu spät !!!

  1. NuID sagt:

    Seufz... Passiert zurzeit gerade etwas ähnliches in unserem Land names: BRD ? Oder kommt bald Arbeiten bis 112 ?

  1. Rockwater sagt:

    Wir müssen den Politikern ihre Legitimation entziehen. Ihre Entscheidungen sind gegen das Volk gerichtet und haben daher auch keine Gültigkeit.
    Es sollte eine neue Volksregierung gebildet werden und endlich Gesetze erlassen werden, die Entscheidungen die gegen das Volk gerichtet sind als Hochverrat einstufen was zu Gefängnis und Enteignung führt.
    Nur auf die Straße zu gehen reicht nicht aus.

  1. couchlock sagt:

    Wann kommen wie Deutschen endlich aus der Lethargie???Es ist doch unglaublich, was wir als Deutsche so alles schlucken.Die Motherfucker verarschen uns ohne Ende und die meisten gucken Popstars oder ähnliche hirnlose Scheiße und laufen auf Auto-Pilot,bloß nicht hingucken und nachdenken.Wir machen es denen viel zu leicht, wo bleibt die Wut??Die Deutschen fangen erst an, zu verteidigen, wenn es nichts mehr zu verteidigen gibt...

  1. xabar sagt:

    @Kassandra

    Du schreibst 'Zahlmeister Deutschland'?

    Es sind deutsche Banken die von der irischen Finanzkrise profitieren. Die Zahlmeister sind die Völker, die einfachen Iren, die einfachen Deutschen, auf deren Rücken die Krise ausgetragen wird.

    Wir müssen erkennen, dass wir mit dem irischen Volk mehr gemein haben als mit der deutschen Elite, die mit der irischen Elite mehr gemein hat als mit dem deutschen Volk.

    Die Trennlinie verläuft nicht zwischen den Nationen, wie es uns einige Nationalisten einreden wollen, sondern zwischen den nationalen und internationalen Eliten und Profiteuren und den einfachen Menschen in den verschiedenen Nationen, die alle zusammen gehören.

  1. fethulgulub sagt:

    Es bröckelt überall. Hier habe ich einen wunderschönen Horror-Propaganda-Artikel im Spiegel. Der Tenor: "Denkt nicht einmal daran, die D-Mark wieder einzuführen":

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,731410,00.html

  1. bernd sagt:

    Und was passiert in BRD (B)leibt R)uhig D)aheim).............Nichts.....GarNichts!!!!


    Ca. 3.000 Menschen haben gestern in der Nähe des Berliner Abgeordnetenhauses gegen das Sparpaket der Bundesregierung protestiert, das an diesem Tag beschlossen wurde.


    http://www.heise.de/tp/blogs/8/148822

  1. TommyHB sagt:

    @ couchlock

    95 % der Bevölkerung in diesem Lande ist sich garnicht im klaren darüber was im Moment passiert. Weil über Jahre jeder mit sich selbst beschäftigt ist und jeder nur an sich denkt. Mein Auto, Mein Haus, Mein Urlaub.

    Man sieht es bereits im kleinen in Unternehmen. Wir hatten heute eine Mitgliederversammlung der Gewerkschaft in unserem Unternehmen. Hier geht es nur um einen Haustarifvertrag und einen Einkommenstarifvertrag. Schon in der Vorverhandlungen wurde die Gewerkschaft ausgebootet dank des Betriebsrates, der, der Meinung ist, das alle Mitarbeiter im Unternehmen es doch nicht besser haben könnten. Der Geschäftsführer schmeißt mit Krümmeln und der Betriebsrat knickt ein, oder besser gesagt die, welche für die Verhandlungen verantwortlich zeichnen. Sie stellen dann auch dei Gewerkschaft als sogenannte BU-Männer hin, weil diese die Verhandlungen geblockt haben.

    So läuft es in der BRD-GmbH ab. Betriebsräte entscheiden mittlerweile gegen den Willen der Mitarbeiter und setzen sich in das Boot der Arbeitgeber, weil sie regelrecht den Ködel in der Hose haben ihre Existenz zu verlieren. Eine Existenz die auf Lohnsklaverei und Ausbeutung beruht, die diese aber vollends unterstützen.

    Hier in der BRD-GmbH haben wir nur Duckmäuser. Jeder hat Angst sich und seinen Arsch zu verlieren aus diesem Grunde hält man lieber still und ist brav. Brav wie ein Sklave. Man lässt sich Winterreifen verordnen und hält das Maul, man erlaubt höhere Steuern auf Tabak und hält das Maul, man erlaubt weitere Einschränkungen im Gesundheitswesen, und hält das Maul, man erlaubt weitere Einschränkungen bei Arbeitslosen, und hält das Maul, aber dann nicht wenn es darum geht sie als Schmarotzer zu betiteln, dann sind wir immer gut dabei. Man kann diese Liste soweit führen das einem selber übel wird.

    Wir wollen es halt so.... also werden wir das bekommen was wir verdienen, wenn man meint keinen Widerstand leisten zu müssen.

  1. @TommyHB
    man sollte mal versuchen aus verschiedenen blickwinkeln zu denken.
    es gibt halt einen unterschied, zwischen duckmäusern und menschen, die das was auf uns zukommt wollen.
    wieso sollten die sich dagegen wehren?
    vielleicht wollen einfach viele deutsche den totalen faschismus, nehmen die einschränkungen gerne in kauf um die lästigen moslems und hartz4ler und sonstiges gesindel (in deren augen)loszuwerden.
    also viele sind sich der lage wohl bewusst, wollen es aber so.
    und diese menschen werden im vierten reich auch einen arbeitsplatz bekommen und gesonderte rechte. denk nur mal an die ganzen banker, manager, beamten, polizisten, soldaten, zahnärzte, anwälte...
    die sind doch jetzt schon wunderbar in dieses system eingebunden und profitieren davon.
    wieso sollten sie ihre handlangertätigkeit für den faschismus aufgeben?

  1. drdre sagt:

    Eines ist klar, die Politik nicht nur in Irland hat sich meilenweit vom Volke entfernt.
    Dies hat Auswirkungen auf das Wahlverhalten und auf die Lebendigkeit einer Demokratie.
    Das Volk muss die starren Parteistrukturen unterlaufen und wieder Lebendigkeit und Realismus in diese hineintragen.. sonst wird dies auf Dauer in einer Diktatur mit demokratischem Anstrich enden.
    Denn Auswirkungen können wir heute schon sehen. Da schreiben Kapitalgesellschaften an Gesetzen mit. Da wird das Demonstrationsrecht untergraben.
    Die Pressefreiheit bei bestimmten Themen eingeschränkt.
    Behauptungen ohne Nachweis als Wahr hingestellt. Man könnte die Liste noch weiterführen.
    Aber Schritt für Schritt enfernen wir uns mehr von der Demokratie.

  1. BeatfanatikA sagt:

    sagt mal ich höre nur von negativen Folgen bei der Rückkehr zur D-Mark was wären eigentlich wirklich positive Folgen??

  1. couchlock sagt:

    TommyHB ,Wahr gesprochen!!!So ist es leider , ich hab ähnliches oft erlebt.Ich bin nun selbst kein Held, aber zumindest habe ich mich NIE verbiegen lassen, was mich schon Jobs kostete...

  1. xabar sagt:

    Hier ein paar Parolen, die Demonstrationsteilnehmer in Dublin (150.000 Teilnehmer) zeigten:

    - Government traitors (Regierung - Verräter)

    - Fight for every job - resist every cut (für jeden Arbeitsplatz kämpfen, jeder Kürzung entgegentretgen,

    - First they sold our oil and gas, now the whole country (zuerst verkauften sie unser Öl und Ergas, jetzt das ganze Land)

    - For a one-day General Strike (für einen eintätigen Generalstreik)

    Es wird alles weitergehen. Und die Wirtschaftskrise wird mit Sicherheit zu einer politischen Krise führen, wie dies eigentlich jetzt schon der Fall ist. Die Forderungen nach Neuwahlen werden deutlich formuliert.

    Prof. Rodney Shakespeare (Professor for Binary Economics) schätzt ein, dass die irische Opposition zwar ordentlich dabei sei, aber selbst keinen Plan habe, wie man die Krise meistern kann.

    Nur zinslose Kredite durch die EZB für Infrastrukturprojekte, für die Schaffung von Arbeitsplätzen und kräftige Kaufkraftanhebungen, sprich Lohnerhöhungen, führten zum Ziel.